Pressemeldung vom 03.04.2025

Bayerische Wirtschaft: Massive US-Zölle verschärfen Krisensituation

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Die Einführung hoher Generalzölle auf fast alle US-Importe, darunter 20 Prozent Einfuhrabgaben auf EU-Waren, markiert nach Ansicht des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) eine weitere, einschneidende Zeitenwende. „Das befürchtete handelspolitische Horrorszenario mit unabsehbaren Konsequenzen ist damit eingetreten. Die fortschreitende amerikanische Selbst-Isolation ist unbestritten ein schwerer Schlag und verschärft die Krisensituation in der bayerischen Wirtschaft“, sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. Ein chaotischer globaler Handelskrieg mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen droht, so Gößl.

Gößl: „Auf eigene Stärken setzen und andere Partnerschaften ausbauen“

Die neuen US-Zölle werden das bayerische Exportgeschäft, darunter vor allem die Autoindustrie und Maschinenbauer sowie ihre Zulieferer, nach BIHK-Einschätzung schwer belasten und die Wachstumsaussichten der bayerischen Wirtschaft eintrüben. Andererseits sei fraglich, wie dauerhaft sich die US-Maßnahmen erweisen, da sie auch in den USA zu schweren wirtschaftlichen Verwerfungen führen werden, darunter höhere Inflation und steigende Rezessionsgefahr.

„Wir müssen so deutlich und entschlossen wie nie auf eigene Stärken setzen und der europäischen Wirtschaft durch den massiven Abbau von internen Hürden und von Bürokratie einen Wachstumsschub verpassen. Auch der Reformdruck für Deutschland nimmt nochmals zu. Die Partnerschaften mit Kanada, China, Indien, Brasilien und anderen Ländern müssen intensiviert werden. Deutschland und die EU sind gefordert, handelspolitisch deutlich Position zu beziehen und in Gesprächen die lukrativen Importe von US-Dienstleistungen in die EU auf den Tisch zu bringen, die in der Argumentation von US-Präsident Trump stets unterschlagen werden. Die EU muss geschlossen agieren und eigene Stärke zeigen“, sagt Gößl.

Die USA sind mit einem Ausfuhrvolumen von rund 29 Milliarden Euro im vergangenen Jahr das Top-Exportland für die bayerische Wirtschaft sowie das wichtigste Land als Investitionsziel. Insgesamt exportierte Bayern 2024 Waren im Wert von 226 Milliarden Euro.